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Volkstheater Hessen

Ihr könnt in meinen alten Tagen
Mich schleppen vor ein Strafgericht,
Mich sammt der Gicht in's Zuchthaus tragen,
Doch bessern, bessern wird's mich nicht!

Das Uebel ist mir anerzogen,
Und, ach, so etwas haftet schwer;
Es stammt noch von den Demagogen,
Noch aus dem alten „Rebstock“ her.

Dort auf dem Arm - als kleines Bübchen -
Nahm mich die Göttin Freiheit schon,
Trug singend mich herum im Stübchen,
Und ich behielt des Liedes Ton.

Von Freiheit muß ich immer singen,
So lang' mein Herz noch fühlt und lebt;
Nach Freiheit, Freiheit muß ich ringen,
So lange, bis man mich begräbt.

Begräbt man mich im schwarzen Röckchen,
Das Meister Hobel hat gefügt,
Ich bitt' um ein paar Blumenglöckchen,
Sonst weiter gar nichts. Das genügt.

Im Leben hatte ich der Schmerzen,
Der Pein, der Sorge so vollauf;
Der Tod nimmt mir den Stein vom Herzen,
O, wälzt mir keinen neuen drauf!

Und wann die Siegeshörner blasen,
Und glüht der Völker Morgenroth,
Heb' ich hinweg den leichten Rasen
Und rufe „Freiheit“ noch im Tod.