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Volkstheater Hessen

Dein erst Gefühl, Bewunderung ist’s und Wonne
Wenn über dir des Nachts der Himmel blüht;
O Sternenblumenmeer! o Sonn’ an Sonne
Und jeder Stern, das ist ein Weltgebiet,
Ist eine Welt vielleicht mit schönern Lenzen
Als wie sie uns hienieden blüh’n und glänzen,
Du siehst’s, und deiner Richtigkeit bewußt,
Sinkt dir die Hand herunter auf die Brust.

Doch unter dieser Hand da fühlst du’s schlagen
Und stolzer blickst du wieder sternenwärts;
Was wollen alle diese Sonnen sagen?
Es wiegt sie auf ein einzig Menschenherz!
Mit allen Sternen ist nicht ausgeschrieben
Die Seligkeit, wenn Menschenherzen lieben,
Und wenn das eine an das andere sinkt,
Das fühlt kein Himmel aus, so hell er blinkt.

Sämmtliche Gedichte von Friedrich Stoltze, Erster Theil: Gedichte in hochdeutscher Mundart, 1862, Seite 175