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Volkstheater Hessen
Myriam Tancredi

Sie stürzt sich gerne in andere Rollen. „Das ist meine Lust am Leben und am Ausprobieren“, sagt Myriam Tancredi. Die Frankfurterin mit italienischen Wurzeln kam auf Umwegen zum Theater. Bevor sie es sich zutraute, ihren Wunsch, Schauspielerin zu werden, umzusetzen, schaute sie sich die Welt an.

Sie lebte in Südafrika und Australien, probierte sich in unterschiedlichen Berufen, als Krankenschwester, in der Gastronomie oder beim Glasmalen. Mit 25 Jahren begann sie schließlich ihre dreijährige Schauspielausbildung, unter anderem bei Andreas Walther-Schroth, und seitdem hat sie das Theaterspielen nicht mehr losgelassen. „Das Schauspiel gibt mir etwas Bodenständiges, eine Ruhe, aber auch die nötige Abwechslung.“ Sie machte Improvisationstheater, trat am Schauspiel Frankfurt auf, an den Mainzer Kammerspielen, im Papageno Musiktheater Frankfurt, drehte fürs Fernsehen und arbeitet seit einigen Jahren regelmäßig am Theater Pro Freiburg, wo sie in Stücken von Cocteau und Sarah Kane spielte. Eine für sie besonders spannende Arbeit war im vergangenen Jahr die Teilnahme an einer Performance über die Frankfurter Stadtgesellschaft mit dem Titel „Die Gründung der Frankfurter Botschaft“, die zur Sommertour des Stadtlabors und des historischen Museums zählte. Am Frankfurter Volkstheater war sie zuvor in mehreren Stücken zu sehen, unter anderem in „Altweiberfrühling“ und Zuckmeyers „Der Fröhliche Weinberg“. An der Lene, die Myriam Tancredi im aktuellen Stück verkörpert, gefällt ihr besonders deren Bodenständigkeit, ihr Humor und dass sie sich auch von ihrem Mann, dem Schuster, nicht alles gefallen lässt. „Trotzdem ist ihr Harmonie wichtig und sie hält die Familie zusammen. Sie ist ein Teamplayer, darin sind wir uns ähnlich.“

Text von Sabine Börchers für das Volkstheater-Programmheft von „Der Anecker“.