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Volkstheater Hessen
Jochen Nötzelmann

Als grantelnder Schuster gibt Jochen Nötzelmann seine Premiere am Volkstheater Hessen. „Es war nicht einfach, aus dem griesgrämigen Mann etwas Charme herauszukitzeln“, sagt er über die Figur. Seine langjährige Theatererfahrung hat ihm dabei geholfen.

Seit 1980 steht der Frankfurter bereits auf deutschen Bühnen – von den Stadttheatern Würzburg und Koblenz über ein festes Engagement an der Stuttgarter „tri-bühne“, dem Hessischen Landestheater Marburg bis hin zum Frankfurter Fritz-Rémond-Theater. International gastierte er am Fragile Theater in London und dem Space Theater in Kapstadt. Klassische Rollen wie den Petruccio aus „Der Widerspenstigen Zähmung“ oder den Marquis de Posa aus „Don Carlos“ verkörperte er ebenso wie den Amsel Rothschild im Volksstück „Die fünf Frankfurter“. Am Volkstheater Frankfurt war Nötzelmann zum ersten Mal zu sehen, als er im Jahr 2000 bei Gogols „Der Revisor“ kurzfristig einsprang. Innerhalb von drei Tagen studierte er damals die Hauptrolle ein. Später spielte er in „Ganze Kerle“, im „Fröhlichen Weinberg“ und inszenierte 2010 das Stück „Lametta“. Immer wieder führt er Regie, so auch bei Programmen für das Kölner „Kabarett A-Z“ und im Bad Vilbeler Märchentheater. Im Sommertheater in Marburg war er kürzlich als Martin Heidegger in dem Stück „Die Dämonie der Liebe“ zu sehen. Die Arbeit am Volkstheater Hessen ist etwas Besonderes für ihn, weil er den Regisseur Steffen Wilhelm, die Regieassistentin Sabine Roller und seinen Kollegen Andreas Walther-Schroth seit vielen Jahren kennt. Mit Letzerem steht er nun zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. „Unsere Proben sind für mich wie ein Veteranentreffen“, scherzt er. Die Frankfurter Mundart beherrscht er zwar seit seiner Kindheit, so richtig bewusst trainiert hat der Theaterwissenschaftler, der vor seiner Schauspielkarriere zunächst eine Lehre zum Industriekaufmann absolvierte, sie aber erst während seines Engagements in Stuttgart in den 1980er Jahren. „Damals waren wir zwei hessische Kollegen dort. Um uns vom Schwäbischen zu distanzieren, haben wir miteinander nur Hessisch gebabbelt.“

Bild Stugrapho. Text von Sabine Börchers für das Volkstheater-Programmheft von „Der Anecker“.